Kommentierte Investorenbroschüre

Einer der möglichen Investoren für den Windpark Todenhausen-Mellnau ist die Firma Energiequelle. Vor einigen Wochen hat das Unternehmen damit begonnen, Infomaterial zu dem geplanten Windpark an die Flächeneigentümer im Vorranggebiet herauszugeben.

In dem Infomaterial greift der Investor Themen auf, auf die ihn im Vorfeld die BI Windkraft Wetter hingewiesen hatte. Konkret: Windhöffigkeit, Denkmalschutz, Natur- und Artenschutz sowie Rückbau und Recyling. Auch wurden verschiedene Fotomontagen zum Vorranggebiet erstellt.

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Im Folgenden beleuchten wir die Aussagen des Investors.

Windhöffigkeit: die Sicht des Investors

“Bei der Ausweisung von Windvorranggebieten in Hessen gilt das Kriterium einer Windgeschwindigkeit von mind. 5,75 m/s auf 140 m über Grund. Als Instrument zur Auswahl geeigneter Flächen werden die vom TÜV Süd im Mai 2012 erstellten Windpotenzialkarten genutzt, welche vom hessischen Umweltministeriums in Auftrag gegeben wurden. Hierdurch ist sichergestellt, dass das ausgewiesene Windvorranggebiet 3105 über eine Windgeschwindigkeit von mind. 5,75 m/s verfügt. Auch an windschwachen Standorten, wie es hier der Fall ist, kann mit der neuesten Anlagengeneration ein hoher Energieertrag erzielt werden.

Ergänzend zur TÜV-Potenzialstudie liegt ein auf der Basis einer Sodar-Messung erstelltes örtliches Gutachten vor, welches eine geringere Windgeschwindigkeit als die Windpotenzialkarte aufzeigt. Windgutachten müssen nach technischen Richtlinien (10. Revision der Technischen Richtlinie 6 der FGW) mit bestimmten Anforderungen erstellt werden. Diesen Kriterien entspricht das örtliche Gutachten in Bezug auf beispielsweise die Dauer der Windmessung nicht, weshalb es nicht als Grundlage zur Ermittlung von Erträge einer Windenergieanlage verwendet werden kann.”

Windhöffigkeit: die Sicht der BI

Im Jahr 2016 wurde von einem Investor WWU zusammen mit der Stadt Wetter eine Wind-messung vor Ort erstellt. Die ausführliche Auswertung dieser Daten kommt zu einer Windhöffigkeit von 4,8 m/s. Die Messung und Auswertung beruhen auf der Technischen Richt-linie 6 in Revision 8. In einer Stellungnahme des IWES Frauenhofer Instituts in Kassel wird die Gültigkeit des Gutachtens auch im Rahmen der zum Zeitpunkt der Auswertung aktuellen Revision 9 bestätigt. Ein hartes Ausschlusskriterium ist damit erfüllt und es hätte hier kein Wind-Vorranggebiet geben dürfen.

Trotz dieser Gutachten erkennt das Regierungs-präsidium Gießen die Windmessung nicht an. Das ist ein Grund, weswegen die Stadt Wetter zusammen mit der BI Windkraft Wetter den Teilregionalplan Energie Mittelhessen beklagt.

Um es klar zu sagen: Im Wind-Vorranggebiet VRG 3105 weht zu wenig Wind. Der Teilregionalplan führt den Planer in die Irre.

Wenig Wind = wenig Ertrag = wenig Pacht.

Denkmalschutz: die Sicht des Investors

“Der Christenberg und die Burgruine Mellnau sind landschaftsbestimmende Gesamtanlagen mit regionaler Bedeutung. Angesichts der Entfernung zwischen dem Vorranggebiet 3105 und dem Christenberg von mind. 3 km sowie einer Entfernung von 1,5 km zur Burgruine Mellnau und dessen Plateau wird eine geringe Beeinträchtigung des Erscheinungsbildes erwartet. Gestützt wird diese Annahme durch ein unabhängiges Gutachten, welches eine grundsätzliche Machbarkeit der Windenergienutzung mit den Denkmalschutzbelangen belegt.

Die aktuelle Anlagengeneration hat eine Nabenhöhe von etwa 165 m und einem Rotordurchmesser von circa 160 m. Um darzustellen, wie sich die Anlagen in das Landschaftsbild integrieren, wurde von uns bereits eine Visualisierung angefertigt. Die maßstabsgetreuen Darstellungen finden Sie unten und exemplarisch auf unserer Homepage: www.energiequelle.de/wetter.”

Denkmalschutz: die Sicht der BI

Im Jahr 2014 wurde von der Fa. ENO Energy ein Bauantrag für 6 Windkraftanlagen im VRG 3105 beim Regierungspräsidium Gießen vorgelegt. Der so genannte BimSch-Antrag wurde rechtskräftig abgelehnt. Der Grund: Eine Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalschutz, die sich detailliert mit der Verstellung der Burg beschäftigt. Da die von Energiequelle geplanten Anlagen jetzt 100 m höher sind als die von ENO, wird die Verstellung noch schlimmer.

Das von energiequelle angesprochene Gutachten wurde vom Investor WWU in Auftrag gegeben und soll die Bedenken zum Denkmalschutz ausräumen. Dieses Gutachten konnten wir bisher nicht einsehen.

Wir halten fest, dass das Landesamt für Denkmalpflege, die höchste Instanz in Hessen, einen Windpark zusammen mit der Burg für nicht möglich hält.

Liegt Dir die Burg am Herzen: „Verpachte Deine Flächen nicht !“

Rückbaumaßnahmen: die Sicht des Investors

“Es gibt eine bundesweit gesetzliche Verpflichtung zum Rückbau von Windenergieanlagen nach dem BauGB § 35 Abs. 5. Ohne Erfüllung dieser erhält der Projektierer von den zuständigen Behörden keine Ge­nehmigung zum Bau. Welche Verpflichtungen für den Rückbau vorgesehen sind, wird vor Baubeginn festge­halten und bei der Genehmigungsbehörde hinterlegt. Die Höhe der Rückbaubürgschaft ist in Hessen pro Windenergieanlage klar geregelt. Die Summe wird an­hand der folgenden Formel berechnet: Nabenhöhe der Anlage in m x 1.000 € = Rückbaubürgschaft in €

Auch in unserem Nutzungsvertrag ist das Thema zum Rückbau eindeutig geregelt. Neben den behördlichen Auflagen zum Rückbau, die wir einzuhalten haben, be­finden sich auch Regelungen in den Nutzungsverträ­gen, die dies zusätzlich absichern.”

Rückbaumaßnahmen: die Sicht der BI

Werden Windkraftanlagen mit 165 m Nabenhöhe gebaut, stehen zum Vertragsabschluss 165.000,- € für den Rückbau einer Anlage zur Verfügung. Unterstellt man Inflation und Teuerung von 3 % pro Jahr, stehen nach 20 Jahren nur noch 90.000,- € zur Verfügung. Für diese Summe ist eine Anlage im Wert von ca. 4,5 Mio. € nicht fachgerecht zurückzubauen und nicht sachgerecht zu entsorgen.

Wird der Windpark ins Ausland verkauft oder ist der Investor in Insolvenz, kann es passieren, dass der Betreiber die Anlagen nicht zurückbaut. Der Eigentümer des Grundstücks bleibt dann auf der Industrieruine sitzen und muss den Rückbau selbst veranlassen.

Willst Du später keinen Müll auf Deinem Grundstück:
„Verpachte Deine Flächen nicht !“

Recycling: die Sicht des Investors

“Windräder lassen sich fast vollständig wiederverwer­ten Das Fundament besteht größtenteils aus Beton und Stahl. Beide Werkstoffe werden getrennt und unterschiedlich recycelt. Die Betonteile des Funda­ments müssen aufbereitet werden und können als Recyclingbeton im Straßenbau verwendet werden. Die Stahlsegmente gehen vorwiegend als Sekundär­stoff zurück ins Stahlwerk.

Funktionstüchtige Rotorblätter werden ins Ausland verkauft oder recycelt. Die ausrangierten Rotorblät­ter werden in einem industriellen Recyclingprozess verbrannt und können dann als Ersatz für andere Rohstoffe in der Zementindustrie eingesetzt werden.”

Recycling: die Sicht der BI

Üblich ist es, den Fundamenthals bis 1,00 m unter Boden abzubrechen und das ca. 20 m durchmessende Fundament im Boden zu belassen. Eine Sprengung des Fundamentes ist unüblich, aber möglich.

Die Flügel bestehen aus Kompositwerkstoffen und werden auf Deponien endgelagert oder verbrannt. Die Maschinenbauteile müssen zerlegt werden. Der Turm aus Beton oder Stahl kann recycelt werden.

Natur- und Artenschutz: die Sicht des Investors

“Windenergie und Naturschutz schließen einander nicht aus. In Gesprächen mit Anwohnern, Gemeinde und Naturschutzvereinen werden Hinweise bezüglich des Natur- und Artenschutzes gerne aufgenommen. Aufgrund bereits erfolgter Hinweise konnten wir eine erste Horstkontrolle verschiedener Vogelarten ansto­ßen. Weiter werden im laufe des Planungsprozesses Gutachten in Auftrag gegeben, welche der Einschät­zung der natur- und artenschutzrechtlichen Situation vor Ort dienen.

Die Gutachten wirken sich direkt auf die Planung der Windenergieanlagen aus. Während der Bauzeit werden Eingriffe in Flora und Fauna soweit möglich vermieden und nur im Mindestmaß ausgeführt. So werden z.B. bereits vorhandene Wege genutzt und Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen getroffen.”

Natur- und Artenschutz: die Sicht der BI

Der Stadt liegen drei naturschutzrechtliche Gutachten vor, die die Untauglichkeit des Standorts belegen. Die Vorrangfläche grenzt an ein Natura2000 Vogelschutzgebiet und liegt im Lebensraum einiger Tiere, die auf der Roten Liste für gefährdete Tierarten steht (Rotmilan, Uhu, Fledermaus…). Das Vorranggebiet wird als Jagdhabitat von Rotmilanen besucht. Horste sind in der unmittelbaren Umgebung vorhanden. Die Fläche ist dokumentiertes Rastgebiet von Kranichen und Störchen im Vogelzug.
Erfahrungen bei anderen Vorranggebieten zeigen, dass Gutachten zur Natur, die der Windparkplaner selbst erstellt immer im Sinne des Auftraggebers enden.

Liegt Dir die örtliche Flora und Fauna am Herzen: „Verpachte Deine Flächen nicht !“

BI: Pachtertrag und Risiko für Flächeneigentümer

In dem der BI vorliegendem Pachtvertrag werden Beträge von 45.000 € bis 57.000 € als Gesamtpacht pro Jahr und Windrad benannt. Diese Summe wird prozentual auf die Flächeneigentümer verteilt.

Im Vorranggebiet gibt es über 100 betroffene Flurstücke. Werden alle Eigentümer dort berücksichtigt, verteilt sich das Geld auf sehr viele. Die Einnahmen sind außerdem noch vom Flächeneigentümer zu versteuern.

Der Investor will das Grundstück nur pachten und nicht kaufen. Alle Risiken des Rückbaus liegen am Ende beim Grundstückseigentümer.

Sei schlau: Bei hohem Risiko und wenig Gewinn:
„Verpachte ich meine Flächen nicht !“

6 Windräder, 3 Investoren, 1 Klage

Entgegen dem Willen von Magistrat und Stadtverordneten wurde von der Regionalversammlung Mittelhessen ein Windvorranggebiet zwischen Wetter, Todenhausen und Mellnau ausgewiesen. In diesem Gebiet bemühen sich derzeit mehrere Investoren darum, Flächen anzupachten. Mehr dazu findet sich auf der Homepage der BI Windkraft Wetter e.V.  und in unserem Einsteiger-FAQ.

Fragen & Antworten zum aktuellen Stand im Windkraft-Vorranggebiet Wetter-Todenhausen-Mellnau (VRG 3105):

Wer will die Windkraftanlagen bauen?

Die BI kennt zwei Unternehmen namentlich und hörte von mindestens einem weiteren Unternehmen. Alle drei sind mit Personal in der Region vor Ort, um Flächenbesitzer zur Verpachtung ihrer Grundstücke im Vorranggebiet zu bewegen.

Was für Windkraftanlagen sind geplant?

Einer der Investoren plant mit Anlagen vom Typ Enercon160. Bis zur Spitze des Rotorblatts sind die Anlagen etwa 246m hoch. Zum Vergleich: die Elisabethkirche ist etwa 80m hoch, der Messeturm in Frankfurt mit seinen 64 Stockwerken liegt bei 256m.

Wie viele Windkraftanlagen sind geplant?

Die Fläche des Vorranggebiets bietet Platz für 6 Anlagen vom Typ E160. Dabei gilt: je größer die Anlagen, desto weniger passen auf die Fläche.

Welche Pachtsummen stehen im Raum?

Geködert werden die Eigentümer mit Summen um die 25.000 Euro pro Jahr. Fakt ist nach unseren Recherchen: wer eine Fläche um ein Windrad herum hat, darf brutto mit ca. 2.000 Euro pro Jahr und Hektar rechnen. Wer das Fundament der Anlage auf seinem Grundstück hat, kommt auf etwa 8.000 Euro pro Jahr. Das Geld ist natürlich noch zu versteuern – netto ist es deutlich weniger.

Wie ist der Stand des Klageverfahrens?

Das Land Hessen hätte gerne ein Mediationsverfahren, also ein unverbindliches Gespräch, bevor es zum eigentlichen Klageverfahren kommt. Dem hat die Stadt zugestimmt. Danach kam Corona – und seitdem geht es nicht voran.

Wie steht die Stadt Wetter zu einem Windpark?

Alle Parteien haben einen Windpark im VRG 3105 abgelehnt. Auch wenn in Zukunft „Schmerzensgeld“ vom Bund für die Kommunen gezahlt wird, werden wir die Parteien an Ihre Ablehnungsgründe erinnern. Diese haben sich bisher nicht geändert.

Wie steht die BI zu dem geplanten Windpark?

Wir sind gegen den Bau von 6 Windkraftanlagen an diesem Standort. Wir beteiligen uns finanziell an der Klage der Stadt Wetter gegen den Teilregionalplan Energie Mittelhessen.

Ist die BI gegen die Energiewende?

Wir sehen, dass es Dinge gibt, die bei uns in der Region funktionieren. Die Biogas- oder Hackschnitzelanlage, die Nahwärme. Wenn selbst auf dem Wollenberg Windkraft nicht funktioniert, sehen wir keine Chance, dass sie im Tal zwischen Wetter, Todenhausen und Mellnau einen Beitrag zur Energiewende bringt. In jedem Fall aber bringt sie für die Bewohner Einschränkungen. Vor dem Klageverfahren haben wir u.a. durch konkrete Formulierungsvorschläge für einen Bebauungsplan daran mitgewirkt, die Energiewende mit den Interessen und Sorgen der betroffenen Stadtteile in Einklang zu bringen. 

Ist der Stillstand der Klage ein Problem?

Die Klage hat keine aufschiebende Wirkung für das Baurecht. Während die Rechtsfindung pausiert, könnten Investoren Fakten schaffen. Wenn die Anlagen erst einmal stehen, werden sie für mindestens 20 Jahre bleiben.

Was spricht denn gegen den Windpark?

Es weht weniger Wind, als für einen Windpark vom Land Hessen vorgeschrieben ist. Darum klagt die Stadt. Wir als BI sehen aber auch die geringen Abstände zu den Siedlungsflächen, den Infraschall und den Denkmalschutz der Burg als Problem.

Wie viel Schatten wirft eine solche Anlage?

Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat ermittelt, dass eine 200m hohe Anlage morgens und abends bei einem Sonnenstand von 8 Grad Schatten mit einer Länge von 1.400m wirft. Höhere Anlagen werfen weiter. Am Vor- und Nachmittag sind es immerhin noch 800m. Damit sind sowohl das Naherholungsgebiet um die Kehner Eiche als auch insbesondere Todenhausen und Mellnau stark betroffen. Zur Erinnerung: die heute geplanten Anlagen im Windvorranggebiet liegen bereits bei 256 Meter Höhe.


Tabelle: ungefähre Schattenlänge einer 200m hohen Windkraftanlage in Abhängigkeit von der Höhe des Sonnenstandes sowie Uhrzeit, zu denen diese Schattenlängen im Jahresverlauf auftreten. (Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt)

Was für Abstände hat der Windpark zu den umliegenden Stadtteilen?

Nach Todenhausen sind es knapp 1.000m.
Nach Wetter ca. 1.200m.
Nach Mellnau ca. 1.750m.

Was hat es mit diesem Schall auf sich?

Durch die Bewegung der Rotorblätter wird Schall erzeugt. Das Problem: da es im ländlichen Raum sowieso schon sehr ruhig ist (insbesondere nachts), ist auch eine „leise“ Anlage tendenziell gut hörbar. Offiziell dürfen die Anlagen nachts bis zu 40 Dezibel laut sein, tagsüber sogar 55 Dezibel.

Was bedeuten 40 und 55 Dezibel?

Das Land Hessen höchstselbst berichtet darüber, dass sich aus 4 Studien die Weltgesundheitsorganisation WHO ableiten lässt, dass sich mehr als 10% der Betroffenen ab einer Lautstärke von 45 Dezibel „stark beeinträchtigt“ fühlen.

Und was ist dieser Infraschall?

Es handelt sich um den Schall, der vom menschlichen Gehör nicht wahrgenommen werden kann. Infraschallwellen mit sehr tiefen Frequenzen breiten sich stark aus. Über die gesundheitlichen Folgen wird in der Medizin und der Wissenschaft geforscht.

Berichterstattung zur Windkraftfläche

Da sich aktuell mehrere Investoren um Grundstücke im Windvorranggebiet 3105 bemühen, hat der Vorstand der BI im Januar 2020 beschlossen, über eine Anzeige im Wetteraner Boten die Grundstückseigentümer über mögliche Fallstricke in einem der kursierenden Pachverträge hinzuweisen. Dies sollte über den Wetteraner Bote geschehen.

Obwohl wir hierfür zunächst ein Angebot vom zuständigen Verlag erhielten, folgte kurz darauf die Absage, mit der Begründung, dass die “Stadtverwaltung” nicht möchte, dass unsere Anzeige im Boten erscheint.

Wir haben dies zum Anlass genommen, in der Stadtverordnetenversammlung am 18.2.2020 beim Magistrat nachzuhaken, nach welchen Kriterien Anzeigen im Wetteraner Boten freigegeben werden. Über die Antwort und den weiteren Sitzungsverlauf berichtet die Oberhessische Presse am 21.2.2020.

Selbstverständlich lassen wir uns als BI hiervon nicht entmutigen – und veröffentlichen unsere Sicht der Dinge zunächst einmal online. Der nachfolgende Infoflyer kann auch gerne per WhatsApp oder E-Mail geteilt werden.

Das vollständige Infoschreiben der BI zum Stand auf der Windkraftfläche

Einladung zur 8. Jahreshauptversammlung

Liebe Aktivisten,

der Vorstand möchte Sie herzlich zu unserer Jahreshauptversammlung einladen. Wir bitten Sie um Rückmeldung zur Teilnahme an der Versammlung.

Die Veranstaltung findet statt am: Samstag, den 29.02.2020 um 20:00 Uhr in der Kuckuckshütte Mellnau, Burgstr. 94 in Wetter-Mellnau.

Tagesordnung:

  • TOP 1: Eröffnung und Begrüßung
  • TOP 2: Jahresrückblick 2019
  • TOP 3: Bericht des Kassenprüfers
  • TOP 4: Entlastung des Vorstands
  • TOP 5: Ausrichtung und Aktivitäten 2020
  • TOP 6: Verschiedenes

Anträge zur Tagesordnung müssen spätestens eine Woche vor Sitzungsbeginn schriftlich oder per Mail beim Schriftführer eingereicht werden.

Ich freue mich auf eine möglichst vollständige Versammlung und verbleibe

mit freundlichen Grüßen,
Dr. Marc Böttcher
(Schriftführer)

Brücken, Überführungen und Kreisel sind schon da – wen stört da noch ein Windpark?

In der Oberhessischen Presse wurde zum Artikel “Klimanotstand ja – aber keine Windräder” am 20.12.2019 ein Leserbrief veröffentlicht, in dem der Verfasser auf die Landschaftsveränderung rundum Wetter hinweist, die derzeit aufgrund der Bauarbeiten für die Umgehungsstraße entstehen. Und er ergänzt, “was würde dem entgegenstehen, dass diese Landschaft auch noch den Bau von Windkraftanlagen verträgt?” Für die BI Windkraft Wetter antwortet Dr. Marc Böttcher:

Versucht man die Energiewende im nationalen Alleingang, ist sie im dicht besiedelten Deutschland zum Scheitern verurteilt. Dann müssen Windkraftanlagen an Standorten errichtet werden, an denen sie ineffizient arbeiten und Konflikte mit der Bevölkerung hervorrufen, wie zum Beispiel im VRG 3105 Todenhausen-Mellnau.

Hier haben wir gemessene Windhöffigkeiten von 4,8 m/s, die einen wirtschaftlichen Betrieb nicht möglich machen, auch wenn Herr Bartelmess in seinem Leserbrief vom 20.12.2019 „sich nicht vorstellen kann, dass der Wind hier anders pfeift“. Herr Bartelmess möchte berechtigter Weise den Wald schützen und die Energieerzeugung in die Nachbarkommune verlagern, wo „die Landschaft sich hier durch den Bau von Brücken, Überführungen und Kreisel total verändert hat.“

Auf seine Frage: „Was würde dem entgegenstehen, dass diese Landschaft auch noch den Bau von Windkraftanlagen verträgt?“ möchte ich ihm gerne antworten. Es sind die fehlende Windhöffigkeit, der rechtsgültige Ablehnungsbeschluss der Oberen Denkmalschutzbehörde wegen der Verstellung der Burg Mellnau und der ausgewiesene Wille aller Parteien in Wetter, auf diese Form der regenerativen Energiegewinnung zu verzichten. Nicht, weil man die Energiewende ablehnt, sondern weil man sich mit regenerativen Heizkraftwerken einer nachhaltigen Wärmeversorgung verschrieben hat, effizient die Wasserkraft nutzt und im VRG 3105 leider kein Wind weht.

Und um es klar zu sagen: symbolische Windräder reichen nicht aus! 66% der Primärenergie (Heizen, Transport und Strom) werden zurzeit importiert, zumeist Erdöl, Gas und Steinkohle. Alle bisher errichteten regenerativen Anlagen tragen zu 13%, die Windkraft mit 30.000 Anlagen nur zu 3% zur Primärenergie bei. Nimmt man nur den Strommarkt, beträgt der Anteil der Windenergie rund 40%.

Eine vollständige regenerative Energieversorgung (Heizen, Transport und Strom) erscheint bei diesen Zahlen auf deutschem Boden allein nicht machbar. Schlau wäre es, den Import von Energie ökologisch zu gestalten. Weg von Kohle, Öl und Gas, hin zu regenerativ erzeugtem Wasserstoff und grünem Strom. Wir liefern dazu das Know How und die Maschinen und dafür kaufen wir grüne Energie ein, die an effizienten Standorten produziert wird.

Für die BI Windkraft Wetter,
Dr. Marc Böttcher

Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Windkraft-Investor sammelt Flächen im Windvorranggebiet

Seit einiger Zeit ist ein Windkraft-Investor in unserer Region unterwegs. Sein Unternehmen bemüht sich, Flächen im Vorranggebiet 3105 (Todenhausen-Mellnau) anzupachten, um dort Windkraftanlagen zu errichten.

Der Musterpachtvertrag geht von einer Laufzeit von 20 Jahren sowie einer Verlängerungsoption von 2x 5 Jahren aus. Die Entgeltvereinbarung ist in dem Muster nicht festgeschrieben, so dass jeder Verpächter letztlich seinen individuellen Prozentsatz aushandeln muss.

Der Vertrag erweckt durch eine Beispielrechnung den Eindruck, die Mindestpacht für ein Windrad würde – bei einer Einspeiseleistung von 10 Millionen kW/h – ca. 25.000 Euro betragen. Der geneigte Leser mag glauben, “für meinen Acker bekomme ich 25.000 Euro im Jahr.”

Der Betrag ist sicherlich jedem Grundstückseigentümer zu gönnen, jedoch wird im weiteren Verlauf des Pachtvertrags darauf hingewiesen, dass lediglich 30% der Entgeltsumme beim Verpächter ankommen. Das restliche Geld wird für die anliegenden Nachbargrundstücke, Naturschutz-Ausgleichsmaßen, Zuwegungen und sonstige Nutzungsentgeltberechtigte verbraucht.

Doch damit nicht genug: die Musterrechnung geht von einer Einspeiseleistung von 10 Millionen Kilowattstunden pro Jahr aus. In dieser Zahl steckt durchaus ein gewisser Optimismus – immerhin ergab die Windmessung im Jahr 2014, dass auf der Fläche eine Windhöffigkeit von gerade einmal 4,8m/s gegeben war. Deutlich weniger als die Mindestwindhöffigkeit, die der hessische Landesentwicklungsplan für Windparks vorschreibt (aktuell: 5,75m/s).

Die BI Windkraft Wetter hat die Fraktionsvorsitzenden in der Stadtverordnetenversammlung bereits aufgefordert, das Klageverfahren der Stadt gegen das Land Hessen in Sachen Teilregionalplan Windenergie und den Landesentwicklung Hessen weiterhin aktiv zu begleiten. Da die beiden Klagen keine aufschiebende Wirkung für ein Bauvorhaben eines Investors haben, ist in dieser Sache Aufmerksamkeit und weiteres Engagement geboten. Da die Stadtverordneten und der Magistrat weiterhin einstimmig gegen Windkraftanlagen im Vorranggebiet Todenhausen-Mellnau sind, macht es in jedem Fall Sinn, dass die Stadt sich vorsorglich um den Ankauf weiterer Flächen im Vorranggebiet bemüht.

Wer Grundstückseigentümer ist und einen Pachtvertrag angeboten bekommen hat, kann sich persönlich in Mellnau an den 1. Vorsitzenden der BI, Horst Althaus, oder per E-Mail an die BI Windkraft Wetter wenden. Die BI beobachtet schon seit Jahren die Angebote der verschiedenen Unternehmen und kann helfen, den konkret vorgelegten Vertrag einzuordnen (Disclaimer: keine Rechtsberatung).

Stadt Wetter berät über Klage gegen den Landesentwicklungsplan

Ende 2018 beschloss die Stadt Wetter, gegen den Teilregionalplan Energie Mittelhessen zu klagen.

Im Rahmen der Klagevorbereitung zeigt sich nun, dass eine Klage gegen den Teilregionalplan allein nicht ausreichend ist. Um erfolgversprechend klagen zu können, müsste nach Einschätzung der Juristen auch der Landesentwicklungsplan 2018 zu Fall gebracht werden. Unglücklicherweise läuft die Klagefrist hierfür bereits in wenigen Tagen ab…

Trotz aller Widrigkeiten zeigt sich die Stadt jedoch handlungsfähig – und hat dafür äußerst kurzfristig für Montag, den 9. September 2019, zwei Sondersitzungen anberaumt. Ab 19 Uhr trifft sich der Bauausschuss im Bürgerhaus der Stadt Wetter. Ab 20 Uhr kommt die Stadtverordnetenversammlung in der Stadthalle zusammen und berät über das Anliegen in großer Runde. Allein die enge und kurzfristige Taktung unterstreicht die Wichtigkeit des Anliegens.

Die Sitzungen sind beide öffentlich – die interessierte Öffentlichkeit ist gerne gesehen. Die BI ist vor Ort mit von der Partie.

So hoch werden Windräder im Jahr 2019

Als die BI Windkraft Wetter im Jahr 2012 sich erstmals mit Windrädern zwischen Todenhausen, Mellnau und Wetter befasste, sprachen wir über Anlagen mit einer Nabenhöhe von ca. 140m. Inklusive Rotorblätter kam man in der Spitze auf ca. 186m.

Mittlerweile sind 7 Jahre vergangen und die Technik hat sich weiterentwickelt. Zeit, für ein Update.

In unserer direkten Nachbarschaft, genauer: in Niederasphe, plant ein Investor bereits mit Anlagen, bei denen statt 186m eine Gesamthöhe von stolzen 250m angesagt ist.

Überträgt man dieses Maß auf die Verhältnisse in der Region Wetter, würden die Anlagen auf dem Galgenberg weithin alles überragen – selbst die Spitze des Wollenbergs.

Höhenprofil Windpark Todenhausen-Mellnau, Stand 2019

Spenden für die Klage: BI Windkraft Wetter vs. Land Hessen

Der Teilregionalplan Energie Mittelhessen trat am 18.12.2018 in Kraft. Immer noch lehnen zahlreiche Bürgerinitiativen die Zuordnung der Windvorranggebiete ab.

Gemeinsam mit der Stadt Wetter wollen wir, die BI Windkraft Wetter e.V., nicht hinnehmen, dass das Land Hessen bei der Planung der Windvorranggebiete sowohl die offizielle Windmessung der Stadt als auch das Gutachten der Oberen Denkmalschutzbehörde schlichtweg ignoriert hat. Diese Willkür wollen wir nicht hinnehmen und den vorgegebenen demokratischen Weg zu Ende gehen. Dieser besteht in einer Klage gegen den gesamten Teilregionalplan.

Die Klage gegen das Land Hessen erfordert in hohem Maße anwaltliches Engagement und einen langen Atem. Die Stadt Wetter hat uns aufgefordert, dass wir uns an den zu erwartenden Anwaltskosten in Höhe von maximal 12.000,- € beteiligen sollen. Die Erwartung der Stadt liegt bei 1/3 der Anwaltskosten, also bis zu 4.000,- €.

Für diese Summe reichen Mitgliedsbeiträge und unser Kassenstand leider nicht aus – und darum bitten wir um Ihre Unterstützung.

Wir klagen insbesondere, weil das Land Hessen Windkraftanlagen an einer Stelle bauen möchte, an der nachweislich kaum Wind weht. Dieser behördlichen Willkür muss Einhalt geboten werden. Energiewende ja, aber bitte mit Sinn und Verstand.

Wenn auch Sie unser Anliegen unterstützen, helfen Sie uns mit einer Spende!

Spendenkonto:

  • Empfänger: BI Windkraft Wetter
  • IBAN: DE02533500000080014651
  • BIC: HELADEF1MAR (Sparkasse Marburg-Biedenkopf)
  • Verwendungszweck: Klage gegen den TRPEM

Wir sind ein gemeinnütziger Verein und Spenden an die BI sind steuerlich begünstigt. Spendenquittungen werden über den Kassenwart des Vereins ausgestellt. Kassenwart des BI Windkraft Wetter e.V. ist Rainer Heideroth, Burgstr. 11, 35083 Wetter-Mellnau.

Über den weiteren Verlauf der Klage informieren wir auf unserer Homepage
www.bi-windkraft-wetter.de.

 

Einladung zur 7. Jahreshauptversammlung

Liebe Aktivisten,

der Vorstand möchte Sie herzlich zu unserer Jahreshauptversammlung einladen. Die Veranstaltung findet statt am: Freitag, den 22.02.2019 um 20:00 Uhr In der Kuckuckshütte an der Burg in Mellnau.

Tagesordnung:

  • TOP 1               Eröffnung und Begrüßung
  • TOP 2               Jahresrückblick 2018
  • TOP 3               Bericht des Kassenprüfers
  • TOP 4               Entlastung des Vorstands
  • TOP 5               Wahl des Vorstands
  • TOP 6               Ausrichtung und Aktivitäten in 2019
  • TOP 7               Verschiedenes

Anträge zur Tagesordnung müssen spätestens bei Sitzungsbeginn schriftlich oder per Mail beim Schriftführer eingereicht werden.

Unter TOP 6 wird insbesondere die Klage der BI und der Stadt Wetter gegen den Teilregionalplan Energie Mittelhessen gesprochen. Diese Klage wird komplex und teuer – umso wichtiger ist es, darüber ausführlich zu sprechen.

Ich freue mich auf eine möglichst vollständige Versammlung und verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Dr. Marc Böttcher
(Schriftführer)

Klage gegen den Teilregionalplan

Am Montag, den 17. Dezember 2018, lädt die BI Windkraft Wetter e.V. zu einer öffentlichen Vorstandssitzung ein. Ziel des Treffens ist, über die Klage der Stadt Wetter gegen den Teilregionalplan zu beraten.

Die Stadt Wetter strebt eine Klage gegen den Teilregionalplan als Ganzes und gegen das Wetteraner Vorranggebiet VRG 3105 im speziellen an. Die Stadt wünscht sich jedoch von der BI, dass wir diese Klage mit EUR 4.000,- unterstützen. Es gibt viel zu besprechen.

Die Veranstaltung findet statt am:
Montag, den 17.12.2018 um 20.00 Uhr
im Restaurant Pepperoni (ehem. Mellnauer Eck),
Marburger Str. 1, Wetter

Tagesordnung:

  1. Eröffnung und Begrüßung
  2. Beteiligung an der Klage der Stadt gegen den Teilregionalplan
  3. Verschiedenes

Einladung zur Podiumsdiskussion am 28. September

10 Bürgerinitiativen aus Mittelhessen laden ein zur öffentlichen Podiumsdiskussion vor der hessischen Landtagswahl 2018. Das Wichtigste in aller Kürze:

  • Erfahren Sie von den Parteien, wie es mit der Windenergie in Mittelhessen weitergehen soll.
  • Nutzen Sie die Gelegenheit zur Information und Diskussion mit Experten und Landtagskandidaten.
  • Freitag, 28. September 2018, 19:30 Uhr
  • Bürgerhaus Marburg-Cappel, Goethestr. 1, 35043 Marburg

Die bevorstehende Landtagswahl in Hessen ist ein wichtiger Meilenstein unseres demokratischen Meinungsbildungsprozesses. Die Energiewende und ihre Auswirkungen auf Menschen, Natur und Wirtschaft sind Schlüsselthemen für die Bürgerinnen und Bürger in Mittelhessen. Gerade bei der Umsetzung vor Ort sind noch zahlreiche Fragen offen, für die von der künftigen Landesregierung Lösungen und Antworten erwartet werden.

Im Landkreis Marburg-Biedenkopf gibt es bereits ca. 100 Windkraftanlagen (WKAs) und somit verfügen die Anwohner über direkte Erfahrungen, wie sich WKAs auf ihr Leben unmittelbar auswirken. Darüber hinaus bestehen, aufgrund der häufigen Stillstandzeiten, erhebliche Bedenken, ob diese Technologie eine sichere Energieversorgung gewährleisten kann und ob Strom langfristig bezahlbar bleibt. Der TRP-Energie-Mittelhessen weist zusätzliche Standorte aus, sodass von einem weiteren Zubau ausgegangen werden kann. Viele dieser Standorte befinden sich im Wald und vernichten damit wichtige CO2 – Senker sowie Lebensraum für Menschen und Tiere. Wir stellen uns als Bewohner der Region die Frage, inwiefern sich die Politik über die Interessen der Bürger stellen darf?

Dazu möchten wir gerne in einer Podiumsdiskussion von kompetenten Gesprächspartnern Argumente hören.

Wir freuen uns, folgende Politiker begrüßen zu dürfen:

  • CDU – Herr Dirk Bamberger
  • SPD – Frau Handan Özgüven, MdL
  • Grüne – Frau Angela Dorn, MdL
  • Linke – Herr Christian Bubel
  • FDP – Frau Lisa Freitag, Herr René Rock, MdL, Herr Hans-Otto Seitz
  • AfD – Herr Hakola Dippel

Zudem konnten wir die folgenden Fachexperten gewinnen:

  • Hans Teegelbekkers, Vernunftkraft Hessen, Thema: Windkraft generell
  • Dr. Eckhard Kuck, Fachzahnarzt Oralchirugie, Ärzteforum Emissionsschutz, Vorstandsmitglied INOVIB e.V., Thema: Mensch und Gesundheit
  • Dr. Wolfgang Dertz, Landesforstmeister a.D., Thema: Wald und Naturschutz

Durch die Diskussion wird uns als Moderator Herr Jens Koralewski, Korakom Köln, führen.

Einladung zur Jahreshauptversammlung

Liebe Aktivisten,
der Vorstand möchte Sie herzlich zu unserer Jahreshauptversammlung einladen. Wir bitte Sie um Rückmeldung zur Teilnahme an der Versammlung.

Die Veranstaltung findet statt am:
Freitag, den 23.3.2018 um 20.00 Uhr
im Restaurant Meteora in Amönau.

Tagesordnung:

  1. Eröffnung und Begrüßung
  2. Jahresrückblick 2017
  3. Bericht des Kassenprüfers
  4. Entlastung des Vorstands
  5. Ausrichtung und Aktivitäten 2018
  6. Verschiedenes

Anträge zur Tagesordnung müssen spätestens eine Woche vor Sitzungsbeginn schriftlich oder per Mail beim Schriftführer eingereicht werden.

Ich freue mich auf eine möglichst vollständige Versammlung und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Dr. Marc Böttcher
(Schriftführer)

Bauausschuss am 22. Januar 2018

Im Bauausschuss der Stadt Wetter wird am 22. Januar um 19 Uhr in der Stadthalle darüber beraten, ob und wie es in Sachen Windkraft weiter gehen sollte.

Zur Vorbereitung der Sitzung fasst die BI Windkraft Wetter den aktuellen Sachstand zusammen (PDF Dossier).

Fragen & Antworten zur Windkraft in Wetter:

Ich bin neu in dem Thema. Was hat unsere Stadt mit Windkraft zu schaffen?

Es gibt den Teilregionalplan Energie Mittelhessen. Er sieht u.a. vor, zwischen Wetter, Mellnau und Todenhausen Flächen für einen Windpark zur Verfügung zu stellen. Die Stadtverordnetenversammlung hat am 19.3.2013 einstimmig einem Antrag des Magistrats zugestimmt, einen Widerspruch gegen die Fläche zu verfassen.  Diesen Antrag setzte die Verwaltung um, die Bedenken wurden aber letztlich vom Regierungspräsidium Gießen verworfen. Eine Windmessung der Stadt, gemeinsam finanziert mit einem potenziellen Investor, wurde dem RP Gießen im September 2014 vorgelegt, aber ebenfalls nicht anerkannt. Bedrückend: die Messung sagt klar aus, dass am geplanten Standort schlichtweg kaum Wind vorhanden ist.

Am 22.6.2016 haben der Bürgermeister, die Fraktionsvorsitzenden sowie die Ortsvorsteher von Kernstadt, Todenhausen und Mellnau öffentlich gegen die Entscheidung protestiert. Erneut: ohne Erfolg.

Ist der Teilregionalplan Energie Mittelhessen mittlerweile amtlich?

Nein, noch nicht. Die Landesregierung hat den Plan am 21.8.2017 mit einem Vorbehalt befürwortet. Am 8.11. hat die Regional-versammlung diesem Vorbehalt Rechnung getragen. Sobald der Plan im Staatsanzeiger veröffentlich wird, ist er gültig. Das kann jeden Tag der Fall sein. Quelle: RP Gießen

Wieso lese ich in der Zeitung ständig von Windparks im Landkreis, obwohl der Plan noch nicht in Kraft ist?

Die Veröffentlichung des Plans ist eine reine Formsache. Klagen gegen den Plan haben keine aufschiebende Wirkung. Die Verwaltung kann daher bereits jetzt auf dessen Grundlage ohne nennenswertes Risiko handeln. In der Region rumort es derzeit u.a. in Breidenbach, Amöneburg, Lohra, Michelbach, Dexbach, Biedenkopf, Wehrshausen und Mornshausen.

Sind Klagen gegen den Teilregionalplan absehbar? Sind sie realistisch?

Öffentlich bekannt sind u.a. die Ankündigungen von Biebertal und Breidenbach, klagen zu wollen. Die Stadt Alsfeld hat im Jahre 2012 vor dem Verwaltungsgerichtshof Hessen die Windkraft-Regelungen des Regionalplans 2010 gekippt.

Was bedeutet das für unsere Stadt?

In der Stadtverordnetenversammlung am 13.12.2016 sagte der Bürgermeister zu, über das weitere Vorgehen im Bauausschuss „zu gegebener Zeit“ beraten zu wollen.

Klar ist aber auch: sobald sich ein neuer Investor mit dem bisherigen über die Vorverträge einigt, hat er sofort Baurecht, dann gibt es nichts mehr zu entscheiden. Jetzt geplante Windkraftanlagen werden 240m hoch. Im Jahre 2012 sprachen wir von 140m.

Gibt es Alternativen zur Klage?

Ja, mehrere.

  1. Die Stadt könnte die Grundstücke in dem Planungsgebiet erwerben.
  2. Sie könnte die Windkraft-Vorverträge, vom letzten Investor erwerben und in einen vorsorglichen Bebauungsplan integrieren.
  3. Sie könnte über ein Abweichungsverfahren mit einer noch durchzuführenden Windmessung die Herausnahme der Fläche beantragen.

Was fordert die BI von der Stadt?

Handeln Sie, bevor es zu spät ist.

Weihnachtsfeier 2017

Am Freitag, den 1.12.2017, trifft sich die BI Windkraft Wetter im Restaurant Meteora in Amönau in der Raiffeisenstraße 4 um 20 Uhr zur letzten Sitzung in diesem Jahr.

Neben dem gemütlichen Beisammensein wollen wir uns an diesem Abend auch mit den aktuellen Themen der Windkraft beschäftigen. Wie der Presse nahezu täglich zu entnehmen ist, tut sich im Umland einiges, was auch wir auf dem Schirm haben sollten.