Brücken, Überführungen und Kreisel sind schon da – wen stört da noch ein Windpark?

In der Oberhessischen Presse wurde zum Artikel „Klimanotstand ja – aber keine Windräder“ am 20.12.2019 ein Leserbrief veröffentlicht, in dem der Verfasser auf die Landschaftsveränderung rundum Wetter hinweist, die derzeit aufgrund der Bauarbeiten für die Umgehungsstraße entstehen. Und er ergänzt, „was würde dem entgegenstehen, dass diese Landschaft auch noch den Bau von Windkraftanlagen verträgt?“ Für die BI Windkraft Wetter antwortet Dr. Marc Böttcher:

Versucht man die Energiewende im nationalen Alleingang, ist sie im dicht besiedelten Deutschland zum Scheitern verurteilt. Dann müssen Windkraftanlagen an Standorten errichtet werden, an denen sie ineffizient arbeiten und Konflikte mit der Bevölkerung hervorrufen, wie zum Beispiel im VRG 3105 Todenhausen-Mellnau.

Hier haben wir gemessene Windhöffigkeiten von 4,8 m/s, die einen wirtschaftlichen Betrieb nicht möglich machen, auch wenn Herr Bartelmess in seinem Leserbrief vom 20.12.2019 „sich nicht vorstellen kann, dass der Wind hier anders pfeift“. Herr Bartelmess möchte berechtigter Weise den Wald schützen und die Energieerzeugung in die Nachbarkommune verlagern, wo „die Landschaft sich hier durch den Bau von Brücken, Überführungen und Kreisel total verändert hat.“

Auf seine Frage: „Was würde dem entgegenstehen, dass diese Landschaft auch noch den Bau von Windkraftanlagen verträgt?“ möchte ich ihm gerne antworten. Es sind die fehlende Windhöffigkeit, der rechtsgültige Ablehnungsbeschluss der Oberen Denkmalschutzbehörde wegen der Verstellung der Burg Mellnau und der ausgewiesene Wille aller Parteien in Wetter, auf diese Form der regenerativen Energiegewinnung zu verzichten. Nicht, weil man die Energiewende ablehnt, sondern weil man sich mit regenerativen Heizkraftwerken einer nachhaltigen Wärmeversorgung verschrieben hat, effizient die Wasserkraft nutzt und im VRG 3105 leider kein Wind weht.

Und um es klar zu sagen: symbolische Windräder reichen nicht aus! 66% der Primärenergie (Heizen, Transport und Strom) werden zurzeit importiert, zumeist Erdöl, Gas und Steinkohle. Alle bisher errichteten regenerativen Anlagen tragen zu 13%, die Windkraft mit 30.000 Anlagen nur zu 3% zur Primärenergie bei. Nimmt man nur den Strommarkt, beträgt der Anteil der Windenergie rund 40%.

Eine vollständige regenerative Energieversorgung (Heizen, Transport und Strom) erscheint bei diesen Zahlen auf deutschem Boden allein nicht machbar. Schlau wäre es, den Import von Energie ökologisch zu gestalten. Weg von Kohle, Öl und Gas, hin zu regenerativ erzeugtem Wasserstoff und grünem Strom. Wir liefern dazu das Know How und die Maschinen und dafür kaufen wir grüne Energie ein, die an effizienten Standorten produziert wird.

Für die BI Windkraft Wetter,
Dr. Marc Böttcher

Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

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